040517

Es gibt kein zweites Leben. Nur dieses eine. Nur diese eine Chance.

Wir wollen nichts falsch machen. Wir wollen Dinge halten. Uns an ihnen fest klammern. Hoffen, dass wir, wenn wir still stehen, auch nie alt werden.

Wenn ich nichts tue, dann werde ich auch nichts anderes verpassen. Und wenn ich nicht lebe, wie soll ich dann altern. Abenteuer können auf mich warten. Eines Tages ist es schon so weit.

Die meisten sind eines Tages tot. Wie steht es mit dir?

[Wir Zwei leben schon. Oder?

Ich würde so gern noch mehr mit dir leben. Ich will kein großer Teil sein. Das reicht mir nicht. Ich will der gesamte Teil sein. Ist das zu viel verlangt? Ich weiß, du willst das selbe. Ich hoffe, dass ich mit meinem Wissen richtig liege.]

Ich trage so viele Halbwahrheiten mit mir herum. Ich bin nicht hungrig. Mir geht es gut. Ich bin fett.

Hast du mich schon mal im Spiegel gesehen? Ich werde massiger mit jedem Tag. [Ich weiß, dass du es gesehen hast. Das hast du mir gesagt!] Es ist mir egal, was andere sehen. Die finden es doch OK. Hauptsache, sie bringt sich nicht noch um. Ja, ich rede von Suizid. Aber nicht das Pulsadern Aufschneiden und in ein paar Minuten ist es vorbei. Eher das Hungern und in ein paar Jahren ist es vorbei. Oder auch nicht. Kommt drauf an. [Ja, auch auf dich.] Ich steuere mit durchgedrückten Gaspedal auf eine Klippe zu. Ich bin diese Straße schon einige Male gefahren. Habe die Warnhinweise gesehen. Und doch rase ich die viel zu enge und kurvige Straße entlang. Mein Ziel immer vor Augen.

[Und wenn du dich fragst: „Warum?“, dann sage ich dir: „Darum“.] Ja, ich gebe es schon zu. Es gibt eigentlich keinen greifbaren Grund. Es ist eher ein Gefühl. Ein Verlangen. Eine Sucht. Warum heißt es denn wohl Mager-Sucht? …genau! [Ich liebe dich. Von Ganzen Herzen. Mit all den Splittern meiner gebrochenen Seele. Mit aller Kraft, die ich aufbringen kann. Du musst mir glauben, dass dies nichts mit dir zu tun hat.] Ich wollte doch noch nie wirklich an diesem Leben teilnehmen. Ich wurde nicht gefragt, Es wurde einfach bestimmt. Und obwohl ich dankbar bin für all die Begegnungen und Menschen und Freunde [und dich] bin, will ein Teil von mir doch immer wieder weg. Zurück. Wo auch immer zurück ist. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte eine psychische Störung. Irgendwas, was diese Gedankenstörung erklären könnte. Aber die gibt es nicht. Ich bin doch nicht einmal wirklich an Anorexia Nervosa erkrankt gewesen. Auch wenn ich mit noch keinem Arzt oder so gesprochen habe, meine Eigendiagnose ist ATTENTION! Es stimmt. Ich will gesehen werden. Ich gehe immer kontrolliert in diesen Sumpf. Immer wieder. [Ja Schatz, immer wieder.] Und niemand kann mich aufhalten. Ich will fliegen. Höher als die Wolken. Federleicht. Ich will am ganzen Körper kalt sein und zittern. Ich bin nunmal anders.

Und das ist meine Art das Leben in vielen verschiedenen Formen zu leben und zu erleben. Das sind meine Chancen. Nicht nur die zweite. Sondern auch die dritte und vierte und fünfte [und Sex mit dir], ich baue mir meine eigenen Chancen.

[Bitte erinnere dich an mich, wenn wir uns eines Tages nicht mehr in die Augen schauen können. Bitte erinnere dich für immer an das Mädchen, in das du dich verliebt hast. Dieses Mädchen hat an jenem Abend kaum etwas gegessen. Du hast dich auch in meine Macken verliebt. Und ich werde immer an den Jungen denken, den ich kurz vor seinem Sprung in den Abgrund getroffen habe. Den ich irgendwie retten konnte.

Ja. Es ist unfair. Ich erwarte von dir, dass du dich zusammen reißt und ich tu es nicht. Aber ich schwöre dir, wenn ich noch ein wenig zu nehme, dann zerreißt es mich vom Inneren meiner Seele langsam und schmerzhaft und in Wellen. Ich verblute innerlich. Jetzt schon.]

Ich wünsche mir, dass jeder Mensch tausende von Leben in diesem einem erlebt. Tausende Sonnenaufgänge und tausende Sonnenuntergänge. Und tausende durchgemachte Nächte. Tausende Küsse. Das Leben ist es wert gelebt zu werden. Das wird es immer sein. Deine Freunde sind es wert geliebt zu werden. Und vor allem bist es du! [Mit dir bleib ich gern auf, bis du einschlafen kannst. Ich werd nur immer so müde. Aber ich geb mir Mühe! Das ist es wert.]

[ICH LIEBE DICH]

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FEVER CONFESSIONS

Wollen wir doch einmal
Nicht über gebrochne Herzen reden,
Denn Erfahrungen zeigen,
Dass dies nichts bringt.
Es wird dein Herz
Nur mehr zerreißen.

Reparieren braucht Zeit,
Länger als Zerstören,
Länger als das Leben.
Doch nach 1000 Toden
Werden wir leben.
Also lass uns reden!

Nein.

Doch?!
Willst du nicht reden?
Willst nicht vergessen?
Du wirst nicht sterben.

Ich will nicht repariert sein.
Ich will nur einmal sterben
Und nie mehr erwachen.

Warum tust du das?

Zu spät.

Was? Du tatest es?
Warum?!

Weil du es zugelassen hast.

RECOVERY

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Und langsam fließt das Blut zurück in meine Adern.
Ich kann es spüren. Jeden einzelnen Tropfen davon.
Es atmet auf ohne Sorge fliehen zu müssen,
Es kehrt zurück und fühlt sich zuhaus.

Meine Haut wird wärmer. Langsam. Mit Vorsicht.
Das ist mein Frühling. Die Hitze des Sommers
Würde mich mit all seiner Macht
Von noch gefrorenen Füßen werfen.
Drum tau ich leicht auf und lerne leben.